9.2.2011 Pflegekammer kein Problemlöser
09.02.2011 Pressetext Dr. Otto Bertermann
Presse-Service FDP-Fraktion
"Die Pflegekammer wird kein Problemlöser" so Dr. Bertermann. Es ist zu prüfen, was der Pflegebeauftragte übernehmen kann.
Der Fraktionsvize und gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. med. Otto Bertermann (München), stellt sich eindeutig gegen den Vorschlag von Minister Söder in Bayern eine Pflegekammer einzurichten. Anlässlich der heutigen Pressekonferenz des „Bündnisses für eine Pflegekammer“ erklärt Bertermann: „Eine Pflegekammer ist unliberal und bürokratisch. Sie zwingt jede Pflegerin und jeden Pfleger zu Beiträgen und zu einer Mitgliedschaft ohne echten Gegenwert – mit einem Mehr an Gerechtigkeit hat das aus unserer Sicht nichts zu tun. Die Kammer ist ein neues Bürokratiemonstrum, das die wesentlichen Probleme der Pflege nicht lösen kann. Sie kann weder Antworten auf den Fachkräftemangel im Pflegebereich und die Nachwuchsprobleme in der Pflege geben, noch hat sie ein Verhandlungsmandat in Tariffragen. Aber genau hier liegen die Probleme: die Pflege ist chronisch unterfinanziert, der Beruf nicht attraktiv, und den Fachkräftemangel spüren wir bereits heute schon.“Eine Alternative zu einer Kammer sieht Bertermann im Bereich des Pflegebeauftragten: „Im Ministerium für Arbeit und Soziales wurde unlängst die Stelle eines Pflegebeauftragten eingerichtet. Seine Aufgabe ist es, Missstände in der Pflege entgegenzunehmen und sie direkt an die Ministerin weiterzugeben. Somit wird eine der wesentlichen Aufgaben einer Kammer bereits jetzt schon erfüllt. Ich plädiere dafür zu prüfen, inwieweit der Pflegebeauftragte nicht auch zusätzlich zu den Berufsverbänden in der Pflege Anlaufstelle für Probleme und Beschwerden von Pflegerinnen und Pflegern werden und aktiv stärker in Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden kann. Eine Kammer ist somit absolut überflüssig.“



